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16. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Website-Relaunch: Checkliste in 10 Schritten

Website-Relaunch ohne Rankingverlust: Ziele, Inhaltsinventur, 301-Weiterleitungen, Consent nach DSGVO, Ladezeit, Barrierefreiheit, Tests und die Zeit danach.

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Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Meist ändern sich gleichzeitig Technik, Seitenstruktur und Texte, oft auch die Adressen der einzelnen Seiten. Genau darin liegt das Risiko: Was Google über Jahre über Ihre Website gelernt hat, kann schnell verloren gehen, wenn alte URLs ins Leere laufen, die Webanalyse nach dem Umzug nichts mehr misst oder das Kontaktformular keine E-Mails mehr verschickt. Mit einer klaren Reihenfolge lassen sich diese Fehler vermeiden. Die folgende Checkliste führt in zehn Schritten von der Zieldefinition bis zur Kontrolle nach dem Launch.

Schritt 1 und 2: Ziele klären, Bestand erfassen

Am Anfang steht die Frage, warum Sie neu starten. Mehr Anfragen, weniger Pflegeaufwand, eine bessere Darstellung auf dem Smartphone oder ein neues Angebot sind sehr unterschiedliche Ziele, und sie führen zu unterschiedlichen Prioritäten. Legen Sie zwei oder drei messbare Ziele fest und notieren Sie die aktuellen Werte aus Ihrer Webanalyse und der Google Search Console. Ohne diese Ausgangslage können Sie später nicht beurteilen, ob der Relaunch etwas verbessert hat. Im zweiten Schritt folgt die Inhaltsinventur: Erfassen Sie alle bestehenden URLs, am einfachsten mit einem Crawler, ergänzt um die XML-Sitemap, den Export aus Ihrem CMS und die Seiten, die in der Search Console Klicks erhalten. Entscheiden Sie für jede Seite, ob sie übernommen, überarbeitet, mit einer anderen zusammengelegt oder gestrichen wird. Seiten mit Besuchern, guten Rankings oder externen Links sollten Sie nur mit gutem Grund aufgeben.

Schritt 3 und 4: URL-Mapping und 301-Weiterleitungen

Aus der Inventur entsteht das URL-Mapping, eine Tabelle, die jeder alten Adresse ihre neue Adresse zuordnet. Sie ist das wichtigste Dokument des gesamten Relaunchs, denn auf ihrer Grundlage werden die Weiterleitungen eingerichtet. Google empfiehlt dafür dauerhafte, serverseitige Weiterleitungen mit dem Statuscode 301 oder 308. Jede alte URL sollte direkt auf die inhaltlich passende neue Seite zeigen, ohne Ketten aus mehreren Weiterleitungen. Viele Seiten pauschal auf die Startseite umzuleiten, ist keine Lösung, denn Google kann solche Weiterleitungen als Soft-404-Fehler werten. Nach Googles Empfehlung sollten die Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen bleiben, besser länger. Wechseln Sie zusätzlich die Domain, steht in der Search Console das Tool zur Adressänderung bereit; bei neuen Pfaden auf derselben Domain wird es nicht benötigt. Neben den Weiterleitungen gehören diese Punkte auf die Liste:

  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen der wichtigen Seiten übernehmen oder bewusst verbessern, statt sie beim Umzug zu verlieren.
  • Interne Links, Canonical-Tags und gegebenenfalls hreflang-Angaben für Sprachversionen auf die neuen URLs umstellen.
  • Eine neue XML-Sitemap erstellen und nach dem Launch in der Search Console einreichen.
  • Strukturierte Daten, etwa für Unternehmensangaben, Produkte oder Veranstaltungen, in die neuen Vorlagen übernehmen.
  • Bilder und PDF-Dateien berücksichtigen, die über eigene URLs gefunden oder von anderen Websites verlinkt werden.
  • Die Testumgebung während der Entwicklung mit einem Passwort schützen, damit Google sie nicht vorzeitig indexiert.

Schritt 5: Tracking und Einwilligung nach DSGVO

Ein Relaunch ist ein guter Anlass, die eingesetzten Dienste aufzuräumen. Listen Sie auf, welche Analyse-, Marketing- und Komfortfunktionen die neue Website wirklich braucht, von der Webanalyse über eingebettete Karten und Videos bis zum Newsletter-Formular. Für alles, was Informationen auf dem Endgerät speichert oder ausliest und nicht unbedingt erforderlich ist, verlangt § 25 TDDDG in Deutschland eine vorherige Einwilligung, deren Ausgestaltung sich nach der DSGVO richtet. Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob das Consent-Banner erscheint, sondern auch, ob nicht notwendige Skripte tatsächlich erst nach der Zustimmung geladen werden. Passen Sie die Datenschutzerklärung an die neuen Dienste an, schließen Sie bei Bedarf Verträge zur Auftragsverarbeitung ab und übernehmen Sie das Impressum. Für Websites in Österreich und der Schweiz gelten teils eigene nationale Regeln. Damit Sie vorher und nachher vergleichen können, sollten Messpunkte wie abgeschickte Formulare auf der neuen Website genauso definiert sein wie auf der alten.

Schritt 6 und 7: Ladezeit und Barrierefreiheit von Beginn an

Ladezeit und Barrierefreiheit lassen sich am günstigsten während der Entwicklung berücksichtigen, nicht nachträglich. Google bewertet die Nutzererfahrung unter anderem mit den Core Web Vitals: wie schnell der größte sichtbare Inhalt lädt (LCP), wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert (INP) und wie stabil das Layout beim Laden bleibt (CLS). Komprimierte Bilder in modernen Formaten, wenige und schlanke Schriften, möglichst wenige Skripte von Drittanbietern und ein solides Hosting bringen hier am meisten. Messen Sie die alte Website vorher, damit die neue nicht langsamer wird, und testen Sie auf echten Smartphones, nicht nur am Bürorechner. Bei der Barrierefreiheit ist WCAG 2.1 auf Stufe AA der gängige Maßstab: ausreichende Kontraste, vollständige Bedienung per Tastatur, sichtbarer Fokus, beschriftete Formularfelder und Alternativtexte für Bilder. Für Onlineshops und Buchungsstrecken, die sich an Verbraucher richten, ist das in Deutschland seit dem 28. Juni 2025 durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in vielen Fällen Pflicht.

Schritt 8 bis 10: Testen, live gehen, nachsteuern

  • Funktionen testen: Kontakt- und Anfrageformulare, Bestellungen, Buchungen und Zahlungen mit Testdaten durchspielen und prüfen, ob alle E-Mails ankommen.
  • Darstellung testen: aktuelle Versionen von Chrome, Safari, Firefox und Edge sowie verschiedene Smartphones und Tablets.
  • Weiterleitungen testen: die Liste aus dem URL-Mapping automatisiert abrufen und kontrollieren, dass jede alte URL mit 301 oder 308 direkt auf das richtige Ziel führt.
  • Inhalte prüfen: Rechtschreibung, Telefonnummern, Öffnungszeiten, Preise, Impressum und Datenschutzerklärung.
  • Launch-Tag: einen Werktag wählen, an dem das Team erreichbar ist, nicht den Abend vor einem Wochenende oder Feiertag. Vorher ein vollständiges Backup der alten Website anlegen.
  • Beim Livegang: Passwortschutz und noindex-Angaben der Testumgebung entfernen, die Weiterleitungen aktivieren und die neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  • Direkt danach: die wichtigsten Seiten, Formulare und Weiterleitungen auf der Live-Umgebung erneut prüfen und eine echte Testanfrage abschicken.

Schritt 10 beginnt am Tag nach dem Launch und dauert mehrere Wochen. Beobachten Sie in der Search Console die Berichte zur Indexierung und zur Leistung: Die neuen URLs sollten nach und nach aufgenommen werden, die alten verschwinden. Werten Sie 404-Fehler regelmäßig aus und ergänzen Sie fehlende Weiterleitungen. Schwankungen in den Rankings sind nach einem Umzug laut Google vorübergehend normal, bei mittelgroßen Websites kann es einige Wochen oder länger dauern, bis sich die Lage stabilisiert. Vergleichen Sie anschließend Ihre Kennzahlen mit den Ausgangswerten aus Schritt 1. Wer einen Partner sucht, der Entwicklung, SEO-Umzug und Tests aus einer Hand übernimmt, kann sich an Hap Web-in wenden; wir begleiten Relaunches für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Sie planen einen Relaunch? Schicken Sie uns die Adresse Ihrer aktuellen Website und Ihre wichtigsten Ziele, wir antworten mit einer ersten Einschätzung zu Aufwand und Zeitplan.

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